Stresstests

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Viele berichten von Stress, doch haben sie objektiv gemessen Stress und wenn ja, in welchen Bereichen? Dieser kann mit Tests gemessen werden. Dabei gibt es eine Reihe von unterschiedlichen Tests. Sie können zum Beispiel sehr kurz ausfallen, um erst einmal grundsätzlich festzustellen, ob Stress vorliegt oder es kann in einem längeren Test ermittelt werden zwischen welchen verschiedenen Situationen Stress vorliegt und gleichzeitig gemessen wird wie hoch das Stresslevel für diese Situationen ist.

Da ich mich ja auf das Thema Stress spezialisiert habe, habe ich mir zwei verschiedene Stresstests zugelegt. Eben einen ganz kurzen, der auf einer Seite misst, ob kognitiver Stress wie zum Beispiel grübeln oder emotionaler Stress vorliegt, das heißt wie gereizt ist die Person, weil sie ihre gesteckten Ziele nicht erreicht werden. In beiden Fällen steigt die Fehlerquelle bei alltäglichen Aufgaben, es liegt aber noch kein Burnout vor.

Der längere Test unterscheidet zwischen verschiedenen Skalen. Insgesamt sind es zehn Skalen. Ein Skala misst die Arbeitsüberlastung, eine andere die Soziale Überlastung, die Nächste den Erfolgsdruck den wir uns machen, eine weitere Skala misst die Unzufriedenheit mit der Arbeit und als Nächstes wird die Überforderung bei der Arbeit gemessen. Danach gibt es die Skala, die den Mangel an sozialer Anerkennung misst und weiter geht es mit den sozialen Spannungen, die aus zwischen menschlichen Konflikten Stress entstehen lässt. Da wir auch in Familienverbänden oder in Arbeitsgruppen einsam sein können, wird auch die soziale Isolation gemessen. Gegrübelt hat wahrscheinlich schon jeder mal, so dass in diesem Fall die verstärkte Version gemessen wird, die chronische Besorgnis.

Unter Arbeitsüberlastung wird gesprochen, wenn jemand beschreibt, dass er in seinen Alltag zu viele Anforderungen erfüllt und diese als “Zuviel” empfindet. Hier wir nicht die Komplexität der Aufgaben beschrieben, sondern die Qualität, also die Anzahl der Anforderungen. Dabei wird die Summe aus Beruf, Freizeit, Familie und Haushalt zusammen gefasst.

Von sozialer Überlastung wird gesprochen, wenn jemandem die Anzahl der persönlichen Kontakte in einem Netzwerk zu viel werden, das heißt, dass zum Beispiel abends um zehn Anrufe kommen, weil jemand noch etwas benötigt oder weil jemand Kummer hat und nicht weiß wen er anrufen kann, etc. Zur sozialen Überlastung impliziert auch, dass jemand sich zu viel und zu lange mit den Problemen anderer Menschen auseinandersetzt.

Beim Erfolgsdruck ist es so, dass Fehler weitreichende Konsequenzen haben und daher jemand sich selber Druck setzt oder dieser Druck von außen gemacht wird. Die Person meint, dass sie auf jeden Fall die Erwartungen erfüllen muss, da sie ansonsten ihr Ansehen in der Arbeitsgruppe verliert oder einen Statusverlust erleidet oder mit Zurückweisung leben muss, also “katastrophale” Konsequenzen folgen würden. Für die Betreffenden kann in sozialen Beziehungen die Sympathie, die Zuneigung auf dem Spiel stehen. Fallen diese weg, wäre das für die Person wieder eine Katastrophe. Als Folge wird die Person immer versuchen sich “richtig”, also angepasst zu verhalten, egal, ob es zum eigenen Charakter passt.

Wenn Aufgaben erledigt werden, die dem eigenen Interessen Wiedersprechen oder zu denen man sich zwingen muss, spricht man von Unzufriedenheit mit der Arbeit. Zu dieser Kategorie gehören auch monotone Aufgaben, die wenig Flexibilität erlauben.

Die Überforderung der Arbeit tritt ein, wenn die Aufgaben zu komplex und / oder schwierig werden und der Bewältigungsprozess erfolglos bestritten wird. Von Überforderung wird auch gesprochen, wenn bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben die Fehlerquote überdurchschnittlich hoch wird und trotz intensiver Bemühungen die erwartete Leistung nicht erreicht wird. Stress verursacht die Erfahrung des Scheiterns.

Zu Mangel an sozialer Anerkennung kommt es, wenn Bedürfnisse nicht befriedigt werden und so zu Stress führen. Bleibt bei einer Anstrengung, bei der wir mit einer Belohnung rechnen, diese aus, kann dieses zu Stress führen. In erster Linie besteht die Belohnen in Respekt, sozialer Anerkennung, Machtzuwachs, Statusverbesserung, etc.

Von sozialer Spannung wird berichtet, wenn mit Nachdruck versucht wird, seine Interessen gegen die Interessen anderer durchzusetzen. Noch kritischer wird es, wenn die Person von der Person, die die Entscheidungsmacht hat, abhängig ist; zum Beispiel Jugendliche, die rebellieren und wo der Vater sagt: “Solange Du Deine Füße unter meinen Tisch setzt, hast Du zu befolgen, was ich Dir sage.” Die Konflikte drücken sich in Meinungsverschiedenheiten, in offenen und verdeckten Auseinandersetzungen, etc. aus.

Seltene oder belastende soziale Kontakte werden als soziale Isolation verstanden. Die Perspektive ist subjektiv, so dass es sich objektiv nicht um belastende Kontakte handeln muss oder die Kontakte gar nicht so selten stattfinden wie sie von der Person empfunden werden. Weiter kommt es immer wieder vor, dass sich Menschen isoliert fühlen, obwohl genügend Kontakte vorhanden sind. Weil diese Person aus ihrem Umfeld wenig positive Energie gewinnt, empfindet die Person ihre Kontakte als stressig.

Die letzte Skala Grübeln über Situationen, die gar nicht die Gefahr bürgen, die die Person ihr zuordnet, wird als chronisches Grübeln verstanden. Diese Skala ist im Gegensatz zu den anderen oben beschriebenen nicht externaler Natur, sondern internaler Quelle, da sie in der Person selber stattfindet und nicht durch das Umfeld ausgelöst wird. Diese Skala korreliert mit fast allen stress- und gesundheitsbezogenen Variablen, die über den Selbstbericht bezogen werden.

Nachdem ich die Skalen des langen Stresstests, den ich anbiete, vorgestellt habe, wird der Unterschied zwischen dem kurzen und dem langen Test deutlich.

Es gibt noch viele andere, doch die beiden sprachen mich an, weil der Erste wie ein Screening verwendet werden kann, um danach, wenn eine Person Stress empfindet es mit dem Zweiten möglich ist, detailliert hinzuschauen wo die Quellen des Stresses liegen.  Bisher haben mir die Beteiligten berichtet, dass vor allem der ausführliche Test die Stresssituationen gut herauskristallisieren.

Der Blog beschreibt und vergleicht zwei Stresstests, die in ihrem Umfang und in ihren Ergebnissen sehr verschieden sind. Der eine eignet sich zum Screening und der Zweite zur detaillierten Analyse der Stressquellen.

 

 

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