Netzwerk

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Wer kann von sich aus sagen, dass ihm die Familie und Freunde das Wichtigste ist? Wer das sagen kann, braucht eigentlich gar nicht mehr weiterlesen. Häufig sieht die Realität leider anders aus und viele haben nicht einmal Freunde. Erst gestern Abend erzählte ein Barkeeper, dass er keine Freunde habe, denn während der langen Jahre die er in diesem Beruf arbeite, haben sich seine Freunde verabschiedet. Genau so geht es vielen Menschen. Weiter erzählte er, dass einige Gäste zu guten Bekannten geworden seien, aber Freunde habe er keine. Zum Glück hat er eine stabile Ehe, die vieles auffängt; denn auch das ist heutzutage in einem solchen Beruf nicht mehr natürlich.

Warum schreibe ich das? Familie und Freunde sind wichtig, weil man sich auf sie in der Not verlassen kann. Doch Gestresste lassen häufig als erstes die Freunde fallen, weil sie sie als Belastung empfinden und Arbeit ihre erste Priorität ist. Doch wer das über einen langen Zeitraum macht, hat seine Freunde häufig verloren und es stellt sich die Frage wer noch übrig ist. Nun ist der Mensch ein soziales Wesen und benötigt Menschen um emotional stabil zu leben.

Wenn Gestresste Nähe nicht mehr zulassen, isolieren sie sich weiter und die Folge ist, dass sich die Spirale weiter nach unten, nicht nach oben dreht. Daher appelliere ich an Euch. Egal wie gestresst Ihr Euch fühlt, nehmt Euch die Zeit für Freunde und Familie, denn sie sind die Säulen, die Euch Leistung erbringen lassen. Ich bin immer wieder erstaunt wie viel Menschen schaffen, die ein solides Netzwerk hinter sich wissen.

Warum ist ein Netzwerk wichtig?

Neben der emotionalen Stabilität, die ein solides Netzwerk gibt, ist die Konzentration viel intensiver und ausdauernder. Wer emotional gefestigt ist, kann sich besser auf neue Situationen und komplexe Aufgaben einlassen, sie durchdringen und verstehen, weil diese Menschen beim Arbeiten in einen Flow geraten und sich während diesem nur auf das zu bearbeitende Thema konzentrieren. Was rechts und links um sie herum geschieht, nehmen sie nicht mehr wahr.

Wer ein solides Netzwerk hinter sich weiß, kann Aufgaben, die dringlich sind, aber nicht wichtig, delegieren, weil er Ressourcen hat auf die er zurückgreifen kann. Wenn der Rückzug gewählt wird und möglicher Weise noch im Tunnelblick seine Arbeit versucht zu erledigen, ist hier stark benachteiligt, weil er oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, dadurch wichtige Zeit verliert und mühsam alle anstehende Aufgaben selber abarbeiten muss.

Damit bin ich bereits beim nächsten Punkt. Wenn ein Netzwerk vorhanden ist, gibt es die Möglichkeit den Wald vor lauter Bäumen durch gemeinsame Gespräche mit Familienmitglieder oder Freunden zu lichten, das heißt, im gemeinsamen Gespräch werden Lösungen bzw. Lösungswege herausgearbeitet. Dieses reduziert wiederum den Stress, lässt Hoffnung aufkeimen und erneut mutig das komplexe Thema anpacken.

Ganz schwierig wird es, wenn wir zusätzlich in finanzielle Not geraten, denn dann wird es schwierig das Netzwerk aufrecht zu erhalten, da viele Menschen kein Verständnis dafür haben, wenn ein Freund die Veranstaltungen, die bisher besucht wurden, ausfallen lässt, weil er sie nicht mehr finanzieren kann. Echte Freunde haben damit kein Problem und passen sich an. In solchen Situationen unterscheidet sich die Spreu vom Weizen. Die prekäre Lage hat allerdings zur Folge, dass es oft lange dauert bis die Situation bewältigt ist. Studien zeigen, dass Menschen die Ihre Arbeitsstelle verloren, oft nie wieder auf das Level, welches sie vorher erreicht hatten, erreichen. So wird der Freundeskreis ausgetauscht und dieses führt dazu, dass der Stress während der Situation noch gesteigert wird.

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