Verhaltensänderung

 

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Stress zu reduzieren, geht mit einer Verhaltensänderung einher. Aber wie verläuft eine Verhaltensänderung. Natürlich im Idealfall ohne Zwischenfälle. Doch von jetzt auf Gleich hat noch niemand seinen Stress so reduziert, dass er nicht wieder auftrat. Wie verläuft eine Verhaltensänderung?

Oft gehen Wissenschaftler von einer stufen- oder phasenweisen Entwicklung aus. Dabei beginnt alles ganz still und leise, denn im Grunde genommen wollen wir gar nichts verändern und der Widerstand wird ignoriert, obwohl Freunde oder Verwandte und mitteilen, dass wir uns übernehmen. Irgendwann, und zwischen dem vorherigen Satz und dem jetzigen Satz können Monate oder sogar Jahre liegen, realisieren wir, dass wir ein Problem haben. Eine Handlung suchen wir zu dieser Zeit vergebens. Um sich mit dem Thema vertiefend zu befassen, müssen wir erst einmal erkennen, dass wir ein Problem haben, uns diesem stellen, doch zu diesem Zeitpunkt verhindern die Widerstände, dass wir etwas ändern. Nach weiterer vergangener Zeit erkennen wir, dass uns das jetzige Verhalten schadet und wir dem Widerstand parole bieten müssen, wenn wir unseren Stress reduzieren möchten. Zaghaft denken wir über Lösungen nach, probieren das ein oder andere aus, sind ambivalent unserer Veränderungen gegenüber, erhalten aber erste positive Rückmeldungen aus der Umwelt und erkennen, dass sich unser Selbstbild positiv verändert, weil wir vielleicht mit dem Sport begonnen haben, der Körper sich verändert, die Leberwerte besser werden oder die Fettleber schrumpft oder wir haben ein paar Kilogramm abgenommen, und vieles mehr.

Handeln

Jetzt sind wir ermutigt zu handeln und beginnen konsequenter unser Verhalten zu verändern. Wir treffen die Entscheidung unser Weg kann so nicht weitergehen. Der Mut neue Wege zu entdecken, zu explorieren und auszuprobieren wird immer stärker. Freunde werden wieder besucht, im Netzwerk wird nach Lösungen gefragt und wir springen aus unserem Hamsterrad heraus, auf den Boden, stehen mit beiden Beinen erst wackelig und je fester unser Entschluss gereift ist, je konsequenter fallen unser Handlungen aus.

Je mehr Erfolge wir gegen Widerstände erzielen, desto geringer ist die Rückfallwahrscheinlichkeit. Doch Vorsicht, denn diese lauert überall und am Liebsten springt sie uns an, wenn wir am wenigsten mit Ihr rechnen. Nach einem Rückfall, beginnen wir in der Regel nicht bei Null, sondern denken über das nach, was nicht geklappt hat, suchen und finden dafür neue Wege und bestreiten diesen Weg mit viel Kreativität bis er gefestigt ist, so dass er dauerhaft bestand hat. Wenn wir unser neu erlerntes Verhalten stabil durchhalten, kommen wir zu einem gewissen Zeitpunkt dahin, dass wir das Ereignis “vergessen”, aber unser Verhalten stabil halten. Aber trotzdem ist Vorsicht geboten, denn zu viel Sicherheit führt leicht zu einem erneuten Rückfall, da wir für bestimmte Situationen blind werden.

Wissenschaftler denken, dass gewisses Fehlverhalten eine lebenslangen Beobachtung bedarf. Ziemlich sicher gehören Alkoholabhängigkeit und Essstörungen dazu. Meines Erachtens gehört Stressreduktion dazu, denn wer einmal in Stress gerät, muss sein Leben lang aufpassen, dass er sich nicht zu viel aufbürdet und frühzeitig Nein sagt.

Methoden

Neben der Kreativität, die ich bereits ansprach und der Verstärkung positiven Verhaltens, die ich zu Beginn erwähnte, spielt das Selbstbild eine große Rolle. So kann zum Beispiel ein Vater eines kleinen Kindes sich sehr darüber freuen, dass er jetzt, nachdem er nicht am Samstag Abend in Clubs abhängt, Sonntags Morgens mit seinem Kind frühstückt und spielt, anstatt seinen Kater im Bett auszukurieren und genervt über den Lärm seines Kindes ist. Entscheidungen, welches Verhalten gewähnt wird, kann zum Beispiel nach folgenden Kriterien erfolgen:

1. Welche Folgen hat der Wandel oder eben die Verhaltensänderung für mich selbst?
2. Welche Folgen hat der Wandel oder eben die Verhaltensänderung für andere?
3. Wie reagiere ich auf das Resultat des Wandels? und zu guter Letzt:
4. Wie reagieren andere auf das Resultat des Wandels?

Von den Antworten auf diese Frage hängt das gezeigte Verhalten ab. Wenn zum Beispiel jemand die Frage: Wie reagiere ich darauf, dass ich meine Freunde verliere, mit, dass wird die totale Katastrophe, weil ich dann vereinsame, antwortet, wird diese Person den Freundeskreis nicht aufgeben, auch wenn das Umfeld das Resultat vielleicht positiv bewerten würde.

Zum anderen wird eine Person, der es schwerfällt Nein zu sagen, zu Beginn mehr Rückfälle erleiden als eine Person, der es leicht fällt. Nachdem die Person die Erfahrung gemacht hat, dass Nein-Sagen für ihn positive Veränderungen mit sich bringt, wird die Person weniger Rückfälle erleiden.

Wer sein Verhalten verändern möchte, braucht Zeit, um die Entscheidung für sich zu treffen und befindet sich zu Beginn in einer Ambivalenz was die Veränderung des Verhaltens betrifft. Sobald erste positive Veränderungen sichtbar werden, wird die  Entscheidung getroffen, dass der eingeschlagene Weg, der Bessere ist und die Schritte werden mutiger bis das Verhalten gefestigt ist und Rückschläge gar nicht bis sehr selten und nur kurzzeitig auftreten.

 

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