Delegieren

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Stress kommt auch daher, dass wir oft nicht den Mut haben, Aufgaben, die uns übertragen wurden, zu delegieren. Die Gründe dafür sind sehr vielfältig. Es kann sein, dass wir denken, dass wir diese Aufgabe selber machen müssen, weil wir zum Beispiel glauben kein Geld zu haben zum Delegieren, oder weil wir gar nicht auf die Idee kommen, dass wir die Aufgabe delegieren könnten. Oft steckt aber etwas ganz anderes dahinter. Fehlendes Selbstbewusstsein.

In der Familie war es zwar üblich, dass jeder seine Aufgaben hatte und diese zuverlässig erledigte und natürlich stand jeder für den anderen ein, wenn es nötig war, aber nachdem wir ausgezogen sind und eine Familie gegründet haben, haben wir die Verantwortung für die Kinder, etc. übernommen und es ist für uns zur Normalität geworden die Aufgaben selbständig auszuführen. Kinder übernehmen gerne bestimmte Aufgaben im Haushalt, aber ansonsten werden keine Aufgaben delegiert. Warum eigentlich nicht? Auf der einen Seite ist uns alles zu viel, doch trauen wir uns nicht Aufgaben abzugeben, um Zeit für die wichtigen Aufgaben zu haben.

Warum haben wir das Selbstbewusstsein nicht?

Das hat verschiedene Gründe. Wenn wir erzählen, dass wir eine Haushaltshilfe haben, weckt dieses in Deutschland bereits Neid. Diesem Neid wollen wir nicht ausgesetzt sein. Im Grunde genommen fehlt uns das Selbstbewusstsein uns aus der Menge hervorzuheben, nicht der Norm zu entsprechen. Wir haben Angst, dass wir im Freundeskreis nicht mehr akzeptiert werden, weil wir ja jetzt zu den “Besseren” gehören. Doch was hat es damit zu tun? Nichts. Jeder hat ein bestimmtes Budget zur Verfügung und entscheidet wofür er es ausgibt.

Delegieren bedeutet natürlich, die Kontrolle ein Stück weit abzugeben und zu akzeptieren, dass die Person, der ich vertraue, die Arbeit gut ausführt, auch wenn sie sie anders ausführt und löst als ich es selber machen würde. Können wir die Kontrolle abgeben? Ich befürchte, dass viele jetzt “Klar” antworten, doch wenn sie still in sich hineingehören, feststellen, dass sie dieses gar nicht wollen würden. Und damit kommen wir für mich zum Kern. Du hast es nie gelernt, Aufgaben zu kontrollieren und nicht selber auszuführen. Um andere zu kontrollieren, benötigt Ihr völlig andere Fähigkeiten als es Bedarf, wenn Du die Aufgabe selber ausführt.

Was Viele nicht erkennen, ist, dass Kontrollieren und Fehler ansprechen, sehr anstrengend sein kann, vor allem, wenn man es niemals in seinem Leben kennengelernt hat, weil es im Elternhaus zum Beispiel keine Haushaltshilfe gab. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass wir uns den Mitarbeiter nehmen, um uns zu entlasten und selber andere Aufgaben übernehmen zu können.

Der erste Schritt ist die Überlegung welches Ziel die Arbeitskraft für mich erringen soll, denn dieses muss ich für mich zuerst definieren. Wenn ich das definiert habe, bin ich in der Lage zu schauen, wer könnte die Aufgabe für mich übernehmen. Wenn ich jemanden gefunden habe, dem ich vertraue, heißt es die Ergebnisse zu überprüfen. Die Herausforderung besteht darin, wie Du Deinen Mitarbeiter ansprichst, wenn er einen Fehler gemacht hat oder etwas kaputt gegangen ist. Wer es kennt zu delegieren, weiß, dass es gar nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick wirkt, schließlich kann der Mitarbeiter eine völlig andere Sichtweise haben und dann ist es unsere Aufgabe ihn von von unserer Meinung zu überzeugen. Klar ist es möglich zu sagen, er ist von mir abhängig und ich bestimme. Letzten Endes läuft es natürlich darauf hinaus, doch wie heißt es so schön: Wie wir in den Wald rufen, so schallt es zurück. Wenn wir also an einer langfristigen Lösung interessiert sind, sollten wir uns über den Umgang mit der Person Gedanken machen, die für uns die Aufgabe übernimmt.

Ich denke, dass in den letzten Absätzen verständlich geworden ist, warum Delegieren gar nicht so einfach ist und mit unserem Selbstwertgefühl zusammenhängt. Wer delegieren will, muss gleichzeitig selbstbewusst seinem Mitarbeiter gegenübertreten wenn es zu Konflikten oder Schwierigkeiten kommt.

Wem Stress zu schaffen macht, dem fehlt es häufig an Selbstbewusstsein und aus diesem Grunde trauen sie sich nicht, neue Wege zu gehen. Delegieren von Aufgaben erfordert auf jeden Fall den Mut neue Wege zu gehen, denn es beinhaltet neue Verantwortung zu übernehmen, um an den eigenen Aufgaben zu wachsen.

Wenn wir gestresst sind, haben wir häufig wenig Vertrauen, so das Loslassen Schwierigkeiten bereitet, obwohl wir es dringend brauchen, um den Aufgaben, die uns gestellt werden, gerecht zu werden.

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