Gedanken

Jeder von uns macht sich jeden Tag Gedanken was er erledigen muss, was nicht geschafft wurde, wie wir unsere Freizeit verbringen möchten, was wir heute essen werden und vieles mehr. Das sind ganz normale Gedanken, denn wenn wir uns keine Gedanken machen würden, würden wir im Chaos leben und das will niemand. Daher benötigen wir für jeden Tag eine Struktur und setzen uns jeden Tag kleinste Ziele dessen was wir erreichen wollen.

Schwierig wird es, wenn wir nicht mehr abschalten können und in Pausen oder vor dem Schlafen grübeln, denn die Gedanken hindern uns am Schlafen. Die meisten, die unter extremen Stress leiden berichten, dass es ihnen sehr schwer fällt abzuschalten, sich auf andere Dinge einzulassen, die nichts mit Arbeiten zu tun haben.

Loslassen

Wenn Du das Gefühl hast, dass Dir ständig Gedanken durch den Kopf gehen, Du nicht abschalten kannst, lerne loslassen. Gehörst Du zu den Menschen, die das Gefühl haben alles mit sofort erledigt werden? Niemals ist es möglich alles sofort zu erledigen. Wenn Du gerne Multitasking machst, ordne Deine Tasks neu. Alles was nicht gerade mit der Tätigkeit, die Du gerade vollbringst in direktem Zusammenhang steht, wird später erledigt. Konzentriere Dich ganz auf die Arbeit, die Du gerade zu erledigen hast. Was hat das mit Deinen Gedanken zu tun, denn schließlich geht es hier um die Taten? Das lässt sich sehr einfach erklären. Wer häufig im Multitasking arbeitet, verbraucht sehr viel kognitive Energie, weil Du Dich auf keine der Aufgaben richtig konzentrierst, da eine zweite Aufgabe neben der Tätigkeit, die Du gerade ausführst Energie abzapft. Daher raten Dir wissenschaftliche Studien, konzentriere Dich immer auf eine Aufgabe. Wenn Du Pause machst, kannst Du gut eine ganz andere Tätigkeit erledigen, denn wenn Du von kognitiver Arbeit zum Beispiel zu einer Kopieraufgabe wechselst, werden völlig andere Regionen in Deinem Kopf aktiviert, zum Beispiel motorische Bewegungen, da Du erst zum Kopierer gehst, dann das Blatt auf den Kopierer legst und dann wartest, so dass Deine Gedanken auf Reisen gehen können und für diese Zeit Pause haben.

Tippen und Telefonieren ist so eine typische Multitaskingaufgabe, die sehr viel Energie benötigt. Warum? Weil sehr viele kognitive Regionen gleichzeitig benötigt werden. Während Du sprichst und zuhörst, werden die visuellen und das auditiven Zentren aktiviert, während des Tippens am Rechner die Visuellen und die Motorischen. Und jetzt stellst Du vielleicht etwas fest. Die visuellen Zentren werden doppelt beansprucht. Das ringt Deinem Körper sehr viel Energie ab und das Gehirn muss beides zur selben Zeit verarbeiten. Im Grunde genommen stresst Du damit Dein Gehirn.

Du wirst feststellen, dass je weniger Du Multitasking arbeitest, desto entspannter wirst Du. Daher führe morgens die Aufgaben aus, die komplizierte und komplexe Gedankengänge benötigen. Morgens deswegen, weil Du morgens am ausgeschlafensten bist, um komplexe Zusammenhänge zu erfassen. Viele Mitarbeiter in Unternehmen finden erst Nachmittags die Ruhe um Themen zu erarbeiten bzw. auszuarbeiten. Dieses mag für Eulen, also Spätaufsteher in Ordnung sein, aber für Lerchen, also Frühaufsteher ist es weniger geeignet, weil ihr Körper nicht mehr voll leistungsfähig ist. Interessanterweise legen Ärzte sich oft komplizierte Operationen auf morgens und führen nachmittags die Routineoperationen durch.

Grübeln

Da wir bisher uns sinnvolle Gedanken gemacht haben wie es Dir gelingt während des Tages Deine Aufgaben so zu strukturieren, dass Deine Gedanken nicht überstrapaziert werden, bleibt uns jetzt der Blick auf Deine irrationalen Gedanken, wie Deine unbegründeten Ängste, Deine Gedanken über die Vergangenheit und / oder die Zukunft. Diese Gedanken sind es, die dich abends oft nicht einschlafen lassen, weil Du nicht im Hier und Jetzt ruhst, sondern das Tagesgeschehen Revue passieren lässt, Dir über Situationen Gedanken machst, die Du jetzt im Moment gar nicht verändern kannst, zum Beispiel Deine finanzielle Situation.

Geduld

Meine Vermutung ist, dass wir heute viele mehr grübeln als früher. Warum denke ich das? Weil wir heute meinen alles sofort haben zu müssen. Dieses sofort alles haben wollen, lässt und grübeln, doch leider benötigt es Geduld, denn zu früher hat sich eine Sache doch nicht verändert: wir bekommen nicht alles sofort. Für Manches brauchen wir heute sogar ein vielfaches an Geduld zu früher. Für ein Auto musste ein Käufer in den Blütezeiten nach dem Kriege ein bis wenige Jahre sparen. Heute benötigen wir habe ich vor ein paar Jahre gelesen zehn bis mindestens fünfzehn Jahre, wenn wir uns einen Neuwagen bar kaufen wollen. Das erklärt natürlich zum Teil, warum wir grübeln, denn die Zeit, die wir manchmal benötigen, um uns Dinge leisten zu können, erscheinen uns unendlich weit weg. Und wie das Beispiel zeigt mit Recht, so dass es vielfach zu Resignation und Verzweiflung führt. Andere Dinge gehen dafür sehr viel schneller als damals. Doch eines hat sich meines Erachtens dramatisch verschärft und das zeigt das Beispiel mit dem Auto. Wir haben real genauso viel Geld zur Verfügung als früher, können uns aufgrund der Preissteigerungen und “Qualitätssteigerungen” aber weniger leisten, und hinzukommt, dass wir meines Erachtens sehr viel weniger Möglichkeiten haben, durch Arbeitsplatzwechsel unser Gehalt stark zu steigern, weil Unternehmen meinen, dass sie Mitarbeiter leicht austauschen können, denn die Individualität der Arbeitskraft hat heute wenig Wert.

Das zeigt, dass Deine Gedanken, Dein Grübeln nicht unbedingt unberechtigt ist, doch bedeutet es auf der anderen Seite, dass Du nicht bereit bist, Dich der neuen Situation anzupassen, die Du nicht verändern wirst. Damit bleibt es an Dir, Dich zu verändern, denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wirst Du nicht verändern, aber Du kannst Dich in Geduld üben und immer die Augen offen halten, wie Du Deine persönliche Situation zum positiven Verbessern kannst. Das wird aus meiner Erfahrung sehr viel Geduld, also Jahre benötigen.

Irrationale Gedanken

Aus dem letzten Absatz lässt sich erkennen, dass Grübeln fast immer irrationale Gedanken umfasst. Weder werden wir im Bett die Überweisung tätigen, die wir noch nicht vorgenommen haben, aber längst hätten machen müssen, doch das Geld für sie fehlt, noch werden wir den Auftrag, der bereits beendet sein sollte und jetzt zu einer Konventionalstrafe führt, im Bett beenden, noch werden wir uns mit dem verstorbenen Onkel versöhnen können, wenn wir uns im Bett Vorwürfe machen.

Schau wie es Dir gelingt, dass Du vor dem Zubettgehen abschaltest. Das kann mit einer Meditation geschehen, von denen Du immer wieder welche in meinen Onlinekursen findest oder mit Entspannungsmusik gelingen oder zum Beispiel mit dem Lesen eines aus Papier beschaffenen Buches. Auf jeden Fall lass die Gedanken ziehen… Überlege am nächsten Tag wie Du die Themen, die Dich beschäftigen, bearbeiten kannst. Schiebe sie nicht auf die lange Bank, denn so werden sie Dich nur noch stärker belasten.

Dinge, die Du nicht verändern kannst, lerne zu akzeptieren, zum Beispiel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

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