Flexibilität

Immer wieder habe ich über das Hamsterrad erzählt, welches Du vermeiden solltest oder verlassen solltest, weil Du im Tunnelblick rechts und links nichts mitbekommst und mit jedem Schritt nach vorne Dein Hamsterrad fütterst. In einem anderen Blog habe ich über den Schritt zur Seite aus dem Hamsterrad berichtet, über den unsicheren Boden, den dieser Schritt zur Seite und nach unten mit sich bringt. Nun bist Du aus dem Hamsterrad ausgestiegen, doch wie soll es nun weitergehen? Auf einmal ergeben sich ganz viele Möglichkeiten…

Welchen Weg soll ich gehen?

Meine bildhafte Beschreibung ist als Metapher natürlich völlig überzeichnet, doch beschreibt sie wunderbar wo Dein Weg hinführen sollte. Natürlich wirst Du in der Realität, so Du nicht tief im Burnout stehst und wirklich die harten Bruch willst, Deinen eingeschlagenen Weg sofort und komplett verlassen, sondern Schritt für Schritt die Wege einleiten. Du wirst immer wieder an Weggabelungen auf Deinem Weg weg von zu viel Stress hin zu einem ruhigeren, ausgeglicheneren Weg stehen. Da ich heute nicht auf Entscheidungen eingehen will, verweise ich zu diesem Thema auf meinem älteren Blog.

Auf einmal wird Dein Leben bunt. Du stellst fest, dass es in Deinem Leben nicht nur die Arbeit gibt, sondern Deine Familie, die mal mal wieder besucht werden möchte. Oder Du beginnst wieder Sport zu machen oder triffst Dich mit Freunden zum Karten spielen, oder um eine Runde Beachvolleyball zu spielen. Auf einmal gibt es ganz viel zu regeln, weil Dein Leben so viel Abwechslung erhält wie es seit Ewigkeiten nicht mehr hatte.

Abwechslung

Warum ist die Abwechslung so wichtig? Sie ermöglicht es Dir zwischen verschiedenen Anspannungen und Entspannungen zu variieren beziehungsweise mit den Spannungen zu spielen. Wenn Du zum Beispiel aufstehst und Dir erst einmal ein gesundes Frühstück zusammenstellst, hast Du den Tag mit Quality time begonnen, die Dir Ruhe und Genuss bot. Auf dem Weg und / oder auf der Arbeit kann es sein, dass Du morgens Hektik erfährst, weil auf dem Wege zu Arbeit Stau war, auf der Arbeit als Begrüßung schon der erste unfreundliche Kunde wartet, gleichzeitig das Telefon klingelt und Dein Chef mit Dir sprechen will. Wenn das alles erledigt ist, ist es Mittag und Du entscheidest Dich, dass es Zeit ist für etwa Ruhe. Dafür gehst Du in die Kantine und isst mit Kollegen. Danach entscheidest Du Dich noch eine kleine Runde spazieren zu gehen. Auf der Arbeit wird es ruhiger und Du arbeitest noch etwas auf was am Morgen liegen geblieben ist. Weil Du entschieden hast, keine Überstunden mehr zu machen, damit Du Zeit für Dich hast, verlässt Du die Arbeit pünktlich und bist “erstaunlich” früh zu Hause. Jetzt hast Du Freizeit. Du kannst Dir Zeit für alles das nehmen, was Du Dir schon lange vorgenommen hast, zum Beispiel mal wieder Deine Freundinnen treffen und gemeinsam shoppen gehen.

Wie gestaltest Du Deine Freizeit?

Wenn Du heute mit Deinen Freundinnen shoppen gehst, was machst Du morgen? Vielleicht ist es Dir nicht möglich auf der Arbeit flexibel Deinen Tagesablauf zu gestalten, weil er Dir vorgegeben ist beziehungsweise die Arbeitsabläufe relativ starr festgelegt sind, aber gestalte Deine Freizeit so flexibel wie möglich und achte darauf, dass sie Dich nicht zu stressen beginnt. Wenn Du eine Neigung dazu hast, in Stress zu geraten, weil Du an Dich zu hohe Ansprüche stellst, oder zu viel in viel zu wenig Zeit schaffen will, wirst Du diese Verhaltensangewohnheit nicht so schnell los. Du hast dieses Verhalten lange trainiert und wirst Dich immer wieder beobachten müssen, wie sich die Situation anfühlt und ob Du Dich bereits gestresst fühlst. Wenn Du Dich gestresst fühlst, gilt es für Dich Dein Verhalten wieder anzupassen.

Aufgabenwechsel

Flexibilität hilft Dir durch die Vielfalt der Aufgaben oder Tätigkeiten Deinen Stress zu reduzieren, denn je unterschiedlicher Deine Betätigungen sind, je weniger Stress baust Du auf. Flexibilität bedeutet in diesem Fall allerdings nicht, alle fünf Minuten Deine Aufgaben zu verändern, so dass Du Dich auf nichts konzentrieren kannst. Es bedeutet, dass Du eine Stunde am Rechner sitzt und E-Mails beantwortest – mit Ruhe – danach in einem Meeting ein Projekt besprichst und als Nächstes eine Präsentation bearbeitest. Wenn möglich, führe dazwischen noch ein wenig Bürogymnastik aus, damit Du nicht die ganzen Stunden sitzt. Jede Arbeitsveränderung bedeutet für unseren Körper Entspannung, weil die Aufmerksamkeit auf etwas Neues gerichtet wird. Achte darauf, dass Du keine Tätigkeit zu lange ausübst.

Arbeitsflow

Beachte , dass Du Aufgaben vollendest und nicht alles beginnst und mittendrin abbrichst, denn das stresst Dich, weil Du mit der Aufmerksamkeit immer wieder zu alter Arbeit zurückkehren musst. Versuche bei jeder Aufgabe, die Du ausführst, Dich ganz auf die Aufgabe zu konzentrieren und springe nicht mit Deinen Gedanken von einer Aufgabe zur Nächsten. Sollten Dir wichtige Aufgaben einfallen, die Du noch zu erledigen hast, schreibe sie auf einen Zettel, damit sich Dein Gehirn nicht weiter damit beschäftigen muss und erledige sie, wenn Du die Aufgabe an der Du gerade arbeitest, erledigt hast.

Denken

Nun möchte ich noch auf einen anderen Punkt, den Stress verursacht, eingehen. Oben erwähnte ich bereits den Tunnelblick. Dieser hat wie ich in anderen Blogs bereits ausführte zur Folge, dass wir in einem engen Horizont denken und nicht über den Tellerrand hinaus schauen. Wenn Du Dein Verhalten änderst, wirst Du feststellen, dass ich nicht nur Dein Freizeitverhalten verändert, sondern Du auf einmal Lösungen für Herausforderungen findest, die Du vorher nie für möglich gehalten hast. Die Entspannung sorgt für neue Lösungsansätze. Dieser Prozess wird vielleicht für Dich nicht sofort erkenntlich sein, aber mit der Zeit wirst Du retrospektiv erstaunt feststellen, dass Du Wege gegangen bist, die Du Dir niemals erträumt hättest. Forscher, wie zum Beispiel Albert Einstein, haben oft viele Stunden sehr intensiv an ihren Themen gearbeitet und geforscht. Von Albert Einstein ist bekannt, dass er gerne auf dem Wannsee Segeln ging. Es wird berichtet, dass während er dort segelte, er die besten Ideen für seine Forschung hatte. Warum war das so? Weil sein Gehirn, während er segelte weiter arbeitete, aber die Aufmerksamkeit freigegeben war und sich der Geist frei entfalten konnte. Auch Sportler erbringen oft die beste Leistung, wenn sie auf ihre Regeneration zwischen den Trainingseinheiten achten.

Was bedeutet das für Dich?

Achte, bei allem was Du tust, auf ein gutes Verhältnis zwischen An- und Entspannung, denn damit reduzierst Du für Dich Deinen Stress im Alltag. Entspannung muss nicht zwangsläufig bedeuten zu meditieren. Entspannung entsteht bereits, wenn wir die Aufgaben variieren und flexibel handhaben. Konzentriere Dich ganz auf die Aufgabe, die Du gerade erledigst und unterbreche nicht ständig Deine Aufgaben. Durch die Entspannung gelingt es Dir flexibel Lösungen für Herausforderungen zu finden.

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