ALPEN-Methode

Das eigentliche knappe Gut ist nicht Geld wie wir oft meinen, sondern Zeit. Denn die Zeit läuft unaufhaltsam und wir können sie nur optimal versuchen zu nutzen ohne uns zu stressen. Dazu gibt es vielerlei Methoden und Möglichkeiten. Darauf möchte ich heute ein wenig eingehen.

Wie nutzt Du Deine Zeit?

Aus meinem ersten Absatz lässt sich die Frage stellen wie Du Deine Lebenszeit nutzt. Hast Du bereits Lebensziele für Dich definiert? Lebensziele helfen Dir Deinen Alltag auf Dein Lebensziel hin zu strukturieren und entsprechend Prioritäten zu setzen. Was nicht zielführend ist, wird aussortiert. Dazu gehört der Mut Nein zu sagen.

Ich höre Dich schon protestieren, weil Du sagst, dass das völlig unrealistisch ist, denn mein Alltag ist bereits so mit Tätigkeiten vollgestopft, dass ich dazu überhaupt nicht mehr komme. Ich antworte Dir, dann stimmen Deine Prioritäten nicht. Klar, wirst Du nicht alles auf einmal umsetzten können, doch in kleinen Schritten wirst Du zum Erfolg kommen. Lass mich Dir eine kleine Geschichte von meiner Zugfahrt gestern erzählen. Rom wurde bekanntlich nicht an einem Tag erbaut.

Eine kleine Geschichte zum Zeitmanagement

Da meine Zugfahrt nicht reibungslos verlief, so wie es häufiger vorkommt, saß ich zufällig mit einer Dame im Abteil und sah, dass sie an WordPress arbeitet. So sprach ich sie an und wir kamen ein wenig ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass heute – aus gestriger Sicht: morgen – ihre neue Homepage online gehen würde, dass sie Vollzeit arbeite, was weiß ich nicht, da ich es nicht wichtig fand, und sie unter anderem nebenberuflich als Yogalehrerin tätig wäre. Sie hätte kein Studio, sondern einen Raum den sie bucht, wenn sie ihn für ihre Kurse benötigt. So hält sie die Kosten gering und kann ihren Traum langsam aufbauen. Ihre Zugfahrt nutze sie, um das ein oder andere noch anzupassen. Unsere Zugfahrt fand so gegen zwanzig bis zweiundzwanzig Uhr statt und sie fuhr gerade von einem Yogakurs nach Hause.

Erkennst Du etwas? Sie lebt ihren Traum und setzt ihre Freizeit gezielt dazu ein, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Sie formulierte es als: Das gibt mir ein wenig Freiheit. Genau darum geht es. Seinen Traum zu leben, damit gutes Geld zu verdienen und Freiheit zu gewinnen. Wenn Du keine Freiheit mit Deinem Traum empfindest, wird es Zeit für eine Umstrukturierung mit neuen Grenzen setzen.

Warum ist diese Tätigkeit für sie Freiheit?

Weil ihr Herz an dieser Arbeit hängt. Sie kann ihren Traum in ihrem Tempo aufbauen. Sie bestimmt das Tempo und ihr Traum war nicht klein. Sie wünscht sich ihre Yogakurse Welt weit anzubieten. Jetzt seid ihr vielleicht sprachlos, aber nicht geringer ist ihr Wunsch. Ich fand es toll als ich das hörte und dachte, dass sie alles richtig macht, denn genau da liegt die Zukunft. Ihr war bewusst, dass es nicht billig sein wird sie für einen internationalen Kurs zu gewinnen, aber ihr Ziel hat sie fest vor Augen: Sie will die Kunden finden, die dafür nötig sind.

Nun wieder zurück zu Dir… Du kannst genauso wie diese Dame hingehen und Deine Freizeit dahingehen fokussieren Deinen Traum Wahrheit werden zu lassen. Damit Dir das leichter fällt, stelle ich Dir in diesem Blog noch eine Methode vor wie Du für Deinen Traum im Alltag Zeit gewinnen kannst.

ALPEN-Methode (nach Lothar Seiwert)

Wie oben bereits erwähnt, ist das Ziel die Prioritäten so zusetzen, dass Du fokussiert an Deinem Ziel arbeitest. Dabei kann die Methode helfen.

Die einzelnen Buchstaben bezeichnen die Schritte in der Reihenfolge in der Du vorgehst:

  • Aufgaben, Termine und geplante Aktivitäten notieren
  • Länge schätzen
  • Pufferzeiten einplanen
  • Entscheidungen treffen
  • Nachkontrolle

Aufgaben, Termine und geplant Aktivitäten notieren

Wie bei einer normalen To-Do-Liste schreibst Du alle geplanten Aktivitäten auf. Schreibe alles auf was Dir einfällt, denn das was Du niedergeschrieben hast, entlastet Dein Gehirn und entstresst Dich bereits. Nimm Dir Zeit dafür und denke in Ruhe nach. Wenn Dir später noch etwas einfällt, ergänze es. Vielleicht hilft es Dir Aktivitäten, die Dir unterwegs einfallen als Notiz in Dein Handy zu diktieren, da Du so immer in der Lage bist, Dinge, die Du zu erledigen hast, sofort aus dem Kopf zu bekommen, und zu wissen wo Du sie findest, wenn Du sie benötigst, um sie zu Deiner Liste hinzuzufügen.

Länge schätzen

Im nächsten Schritt gehst Du hin und überlegst Dir wie lange Du für die einzelnen Aktivitäten benötigst. Schätze großzügig, denn Du wirst feststellen, dass Du Deine Aktivitäten kürzer einplanst als sie in Wahrheit dauern werden. Vor allem, wenn Du bereits im Stress bist, tendierst Du noch stärker dazu Aufgaben zeitlich kürzer zu planen als Du benötigen wirst.

Pufferzeiten einplanen

Das ist ein sehr wichtiger Faktor. Aufgrund unseres Leistungsdrucks meinen wir häufig eine Aufgaben nach der anderen wie eine Maschine abarbeiten zu müssen oder zu können. Aus Erfahrung sage ich Dir, das wird nicht funktionieren. Nach intensiven Arbeitstagen wirst Du feststellen, dass Du mindestens einen Tag benötigst an dem Du Dein Arbeitspensum reduzierst, damit Du danach wieder volle Leistung erbringen kannst. Solltest Du die Möglichkeit haben, plane für jede Deiner Aktivitäten länger ein als Du sie ursprünglich geplant hattest, so dass Du nicht in Stress gerätst. Du wirst feststellen, dass Du häufiger die Puffer benötigen wirst als Dir Recht ist und manchmal benötigt es, obgleich Du Pufferzeiten eingeplant hast, zusätzlich Ruhe.

Bezüglich der obigen Sanduhr. Wenn Du möchtest, nutze eine Sanduhr im Büro, um die eine gezielte Zeit des Nichtstuns zwischen zwei Aufgaben zu geben.

Beispiel

Mein Beispiel mag Dir helfen zu verstehen was ich meine. Die letzten beiden Tag war ich geschäftlich in Süddeutschland. Damit einher gehen neben der eigentlichen Arbeit jeweils zwei Zugfahrten. Dieses Mal, weil es mehr Termine waren, übernachtete ich in der Stadt, sorgte aber wieder für mich, in dem ich mir ein Hotel aussuchte, das es mir ermöglichte wieder, in diesem Fall an den Weinbergen entlang, zu laufen. Alleine die Zugfahrten stressen, egal wie ruhig sie verlaufen, da Dein Körper viele neue Eindrücke aufnimmt. Nach meiner Ankunft hatte ich meinen ersten Kunden, den ich bereits als anstrengend empfand, weil er mit Dolmetscher kam und fast kein deutsch spricht. Danach kam eine Kundin, die ich bereits kannte und nach dem Termin ging ich zum Hotel. Darauf freute ich mich, denn das bedeutete für mich entspannen. Ich lief noch eine kleine Runde im Schnee, die ich sehr genoss, wenn dieser leider sehr nass war und machte es mir auf meinem Zimmer gemütlich. Das Zimmer war toll, doch eben nicht mein Zuhause und dementsprechend schlief ich nicht so gut, so dass ich mich am nächsten Tag nicht ganz fit fühlte. Doch nach etwas längerem Schlafen als ursprünglich geplant, stand ich auf, aß ein wenig und drehte noch eine kleine Runde am Rand der Weinberge. Da ich merkte, dass ich nicht so viel Kraft hatte, habe ich einen verkürzte und nicht ganz so intensive Runde gedreht. Später folgte der Start eines Kurses, der sich aufgrund einer Teilnehmerin sehr anstrengend herausstellte, da ich die Kundin wirklich in einem Ton zurecht wies, der mir im Grunde genommen fremd ist. Doch zum Schluss meinte sie ernsthaft, dass der Kurs toll war. Da wusste ich, dass sie diese sehr harten Grenzen benötigt und ich mich richtig verhalten habe. Danach ging es mit dem Zug gen Heimat. Als wir den Bahnhof verließen, erfuhr ich dass noch ein Abenteuer auf der Strecke auf mich wartete und überlegte mir wie ich dieses so entspannt wie möglich erleben könnte. Ich entschied mich spontan in Frankfurt auszusteigen und auf einen späteren Zug zu warten. Die Entscheidung stellte sich für mich als richtige Lösung heraus, weil ich danach ganz in Ruhe ohne zwischendurch an nicht sehr schönen Bahnhöfen umsteigen zu müssen nach Hause fahren konnte, denn der Notarzteinsatz war in der Zwischenzeit beendet worden. Heute nehme ich mir bis auf ein paar Kleinigkeiten frei, denn ich bemerke, dass der Stress gestern und das sehr späte ins Bett kommen mich heute “zwingen” kürzer zu treten. Daher wird gleich, wenn ich den Blog beendet habe, eine kleine Runde, und nicht die ursprünglich geplante, gelaufen und dann etwas Schönes mit meinem Mann unternommen. Damit bin ich wieder bei der ALPEN-Methode.

60-20-20 Regel

Plane Deine Aktivitäten nach folgendem Muster. Plane sechzig Prozent Deiner Zeit fest, lasse zwanzig Prozent Deiner Zeit für Störungen und weitere zwanzig Prozent für spontane Aktivitäten. Wenn Du Dir das Beispiel ansiehst, wirst Du Teile dieser Einteilung Wiedererkennen. Dann spontan und für mich richtig war meine Entscheidung in Frankfurt auszusteigen, weil sie mir die Freiheit gab zu entscheiden wie ich die Reise fortsetzen will. Neben der Weiterfahrt wo ich bereits zwei Optionen hatte, gab es zwischendrin die Option in Frankfurt zu übernachten und erst heute nach Hause zu fahren. Diese habe ich aber abgelegt, weil ich in meinem Bett schlafen wollte. Störungen gab es neben der Bahnfahrt noch Weitere, die ich hier nicht erwähnen möchte, doch wie Du oben erkennen magst, habe ich immer so geplant, dass ich überall Puffer eingebaut habe, um mich nicht zu sehr zu stressen. Klar sind dieser Reisen immer sehr anstrengend und ich führe sie zeitweise jedes Wochenende durch.

Entscheidungen treffen

Um dieses Thema kommst Du nie herum, wenn Du Leben willst, denn das Beständige in Deinem Leben wird immer die Veränderung sein. Entweder Du akzeptierst sie, nimmst sie in die Hand oder Dein Leben wird für Dich in die Hand genommen. Das entscheidest Schluss endlich Du. Auf der Rückfahrt habe ich das Zepter mit einer Entscheidung in die Hand genommen, in dem ich mir in Frankfurt verschieden Optionen eröffnet habe. Suche Dir in jeder Situation Optionen, so dass Du für Dich die richtige Entscheidung treffen kannst.

Nachkontrolle

Wenn Du einige Punkte auf Deiner Liste abgearbeitet hast, schaue was noch zu tun ist und erledige es. Wenn Du Vieles abgearbeitet hast, rate ich Dir zu einer neuen Liste, damit Du einen gute Überblick behältst. Übertrage dabei die noch zu erledigenden Aktivitäten auf die neue Liste. Bei elektronischen To-Do-Listen entfällt natürlich das Übertragen nach dem Löschen.

Bei mir gibt es für heute keine Aufgaben mehr aus der Geschäftsfahrt, da ich diese bereits während der Fahrt abgearbeitet habe und die Möglichkeit des Internets nutzte, diese zu erledigen und meinem Auftraggeber die nötigen Informationen habe zukommen lassen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich auf meiner Liste keine weiteren Tätigkeiten befinden. Diese werden ab morgen bearbeitet, denn jetzt starte ich die Entspannungsphase nach einem kleinen Lauf.

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