Entspannen

Welche Möglichkeiten des Entspannens hast Du? Wie gelingt es Dir in stressigen Situationen schnell und leicht runterzufahren? Wie gehst Du auf der Arbeit damit um, wenn Dich jemand nervt, wenn Du Zeitdruck hast, oder mehrere Kunden gleichzeitig etwas von Dir wollen?

Arten der Entspannung

Es mag erst einmal überraschen, warum ich dieses Thema wieder aufgreife, wo ich doch bereits über Meditation geschrieben habe. Doch Meditation ist bloß eine Art der Entspannung. Es gibt noch mehr, die vielleicht nicht so tiefgreifend sind, aber uns helfen in stressigen Situationen runterzufahren.

Selbst Meditation kann sehr kurzfristig gemacht werden. Es muss keine langatmige Meditation sein. Du setzt Dich zum Bespiel entspannt vor eine Kerze und beobachtest diese. Alle Gedanken, die Dich stören, lasst Du auf einer Wolke davon fliegen.

Wenn Dir zu viele Gedanken durch den Kopf gehen, setz Dich entspannt auf einen Stuhl, zieh Deine Schuhe aus, stell die Füße mit den Fußsohlen auf dem Boden, so dass sie geerdet sind und stell Dir vor jemand zieht Deinen Kopf nach oben, so dass Du gerade auf dem Stuhl sitzt und schau eine Minute auf einen Sekundenzeiger einer chronologischen tickenden Uhr. Allerdings startet Du die Minute immer neu, wenn Du zwischendurch abgelenkt wurdest. Damit sammelst Du Deine Gedanken und konzentrierst Dich ganz auf den Sekundenzeiger.

Atemtechniken

Wenn Du möchtest, kannst Du auch Atemmeditation machen. Dafür setze Dich wieder auf einen Stuhl, ziehe die Socken aus und stelle die Fußsohlen auf den Boden, so dass sie geerdet sind. Dann achte wieder darauf, dass Du gerade auf Deinem Stuhl sitzt. Atme in Ruhe ein und lasse die Atmung mit Schwung raus. Das wiederhole ein paar mal und dann atme ruhig ein und aus und beobachte Deinen Atem. Wie lange Du diese Meditation machst, ist Dir überlassen.

Nun kenne ich noch eine Technik, die ganz schnell entspannt und die Skispringer anwenden, wenn sie oben auf der Schanze stehen bevor sie springen. Dabei atmen die Skispringer tief durch die Nase ein und lassen die Luft schnell aus dem Mund raus, aber sie tun dieses in der Art wie eine lose Gitarrensaite, das heißt Du hälst die Lippen leicht geschlossen und lässt die Luft durch Deine Lippen blubbern. Dabei sackt der Körper, den Du beim Einatmen nach oben gestreckt hast, in sich zusammen.

Aufgabenwechsel

Nun komme ich zu einer Art Entspannung, die Du vielleicht leichter auf der Arbeit ausführen kannst als die meisten obigen Techniken. Wenn Du merkst, dass Du Dich auf eine Aufgabe nicht mehr konzentrieren kannst, zum Beispiel auf die Vorbereitung einer Präsentation, dann wechsele die Aufgabe an der Du arbeitest. Jetzt geht es nicht darum, danach gleich zu nächsten kognitiven Aufgabe zu wechseln, sondern etwas ganz anderes zu machen, zum Beispiel Kopieren gehen, oder Telefonate durchzuführen, die Du Dir für solch eine Pause aufgehoben hast. Studien haben gezeigt, dass wir produktiver sind, wenn wir verschieden Aufgabentypen nacheinander durchführen, weil der Aufgabenwechsel wie eine Entspannung wirkt. Warum ist das so?

Distanz

Weil sich dieser Teil des Körpers bei der nächsten Aufgabe entspannen kann. Klar, Dein kognitives System ist bei fast jeder Aufgabe involviert, doch die Bereiche, die Du mit wechselnden Aufgaben ansprichst, sind unterschiedlich. Während Du bei einer Präsentation die visuellen, die taktilen Hirnareale – Erstellen einer Powerpoint Präsentation – und den Bereich zum Abrufen und vernetzen von Wissen einsetzt, benötigst Du zum Kopieren die visuellen, motorischen Hirnareale sowie die Motorik und bei beiden Aufgaben natürlich noch einige mehr, so dass einige Areale jeweils Pause haben, und nicht aktiv sind.

Immer, wenn Du eine Aufgabe mit innerlicher Distanz ausführst, beziehungsweise Distanz zu einer Aufgabe durch einen Aufgabenwechsel gewinnst, kommst es in Deinem Körper zu Entspannung dieser Bereiche. Personen die meditieren, gewinnen sehr viel Distanz zum Leben und sind aufgrund dessen langsamer gestresst wie Menschen die nicht meditieren. Doch wem es gelingt Arbeits- und Lebenssituationen nicht zu dicht an sich heranzulassen, erfährt viel weniger Stress im Leben.

Quellen:

  1. Sonnentag, S. (2012); “Take a break?!” Off-job recovery, job demands, and job resources as predictors of health, active learning, and creativity; European Journal of Work and Organizational Psychology 21(3):321-348, DOI: 10.1080/1359432X.2011.576009
  2. Sonnentag, S. (2007); The Recovery Experience Questionnaire: Development and Validation of a Measure for Assessing Recuperation and Unwinding From Work; Journal of Occupational Health Psychology 12(3):204-21; DOI: 10.1037/1076-8998.12.3.204

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