Glaube an Deine Fähigkeiten

Dieses ist meines Erachtens eines der größten Schwierigkeiten für Dich als Gestresste. Du hast den Glauben an Deine eigenen Fähigkeiten verloren. Warum ist das so dramatisch? Weil es lange benötigt ihn wieder aufzubauen. Die Muskelkraft ist verloren gegangen und diese muss Du jetzt wieder aufbauen.

Irgendwann war es für Dich nützlich keine Entscheidungen zu treffen und einfach zu funktionieren, denn damit brauchtest Du Dich nicht mehr mit Deinen stressigen und für Dich hilflos anfühlenden Situationen auseinandersetzen. Je länger Du in dieser Situation verharrst, desto schwieriger wird es für Dich aus der Situation herauszukommen, weil Du Dich immer mehr verloren hast.

Glaube

Auf dem Weg ist Dir der Glaube an Dich immer mehr verloren gegangen und andere erzählen Dir was Du zu tun hast, also Dein Alltag wird von außen bestimmt. Im Grunde genommen hast Du die Kontrolle abgegeben. Nun ist es Zeit die Führung über Dein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Allerdings möchte ich erwähnen, dass jeder mal solche Zeiten durchlebt, und das ist auch gar nicht schlimm, aber wenn Du Dich darin verlierst, wird es dramatisch, weil Du unglücklich und vielleicht sogar die ersten psycho-somatischen Beschwerden aufgetreten sind, wie, dass Du häufiger erkältet bist, oder häufiger Magenschmerzen hast, oder unruhig schläfst oder Dich oft mir anderen streitest.

Routinen

Als Einstieg in die Veränderung mag es Dir helfen, wenn Du bewusste Routinen in Deinen Alltag einbaust. Wichtig ist dabei, dass Du sie bestimmst und Du legst die Zeit und den Zeitraum, den Du Dir für sie nehmen willst, fest. Nehme dabei keine Rücksicht was andere von Dir verlangen, was sie fordern, sondern lasse es zu einer Quality time für Dich werden, also eine Zeit, in der Du Dich nur um Dich kümmerst. Das kann zu Beginn so etwas Banales sein, dass Du wieder gesund für Dich kochst, dass Du darauf achtest, dass Du genügend trinkst und genügend Bewegung erhältst oder Dich wieder schminkst. Also Deine Routinen in Deinen Alltag einbaust.

Nächste Schritte…

Dabei sollte es natürlich nicht bleiben. Hilfreich für den nächsten Schritt kann es sein ein Tagebuch zu führen, indem Du notierst was Dir an dem Tag gefallen hat und was nicht. Für alle Begebenheiten und Erlebnisse die Du nicht befriedigend erlebt hast, schreibst Du Dir auf was Du Dir in der Situation gewünscht hättest, das heißt, welchen Ausgang der Situation Dein Wunsch gewesen wäre. Lege dabei keinen Wert auf Realität, träume, denke groß, male Bilder, die Dir dazu einfallen. Bei den Bildern ist es egal, ob Du malen kannst oder nicht, es geht einfach um Dich und eine Art Tagebuch.

In diesem Tagebuch wirst Du sehr schnell erkennen welche Situationen Dir nicht gefallen und welchen Ausgang Du Dir gewünscht hättest. Wenn Du Dich stark genug fühlst, überlege Dir wie Du die Situation stärker nach Deinen Wünschen hättest gestalten können.

Stuhlarbeit

Um Dir das Vorstellen zu erleichtern, kann Dir die Stuhlarbeit eine Hilfestellung sein. Stelle Dir zum Beispiel, wenn Du mit Deinem Partner häufig streitest, und Du in Deinem Tagebuch geschrieben hast, dass Du lieber weniger mit ihm heute gestritten hättest, zwei Stühle in den Raum und setze Dich auf den ersten Stuhl. Lasse Dich in die Situation des Streites ein, indem Du Dir diesen noch einmal vor Augen führst. Fühle dabei in Dich hinein. Erspüre Deine Wut, Deine Ohnmacht, Deine hilflosen Worte. Wenn Du den Streit nachgefühlt hast, nimm Dir einen Moment Zeit für Dich. Wenn Du ruhig geworden bist, versetze Dich in den Beginn des Streites und sprich zu Deinem virtuellen Partner. Wenn er mit dem Thema begonnen hat, wechsele den Stuhl bevor Du mit dem Rollenspiel beginnst. Spreche laut die ersten Worte, die zu dem Streit geführt haben. Danach wechsele den Stuhl und sage laut Deine Antwort. Achte genau auf die Wortwahl und spüre in Dich hinein wie es Dir geht. Nimm Dir Zeit. Wenn es Dir nicht gelingt Dein Wunschergebnis bei Deinem ersten Rollenspiel zu erreichen, setze Dich nach dem Rollenspiel hin und schreibe Dir auf, was während des Rollenspiels mit Dir geschehen ist und warum Du nicht zu Deinem Ergebnis gekommen bist. Nach dieser Analyse, spiele die Situation noch einmal und versuche näher an Deine Wunschlösung zu gelangen.

Ergebnis

Wobei hilft Dir die Stuhlarbeit? Sie hilft Dir spielerisch neue Verhaltensmethoden zu erlernen ohne dass Du Dich bereits in der Realität behaupten musst. Zum anderen kannst Du während der Stuhlarbeit verschiedene Möglichkeiten Deiner Fähigkeiten ausprobieren und schauen wie es sich anfühlt. Alles was sich für Dich gut anfühlt, solltest Du bei Deinen nächsten Konflikt mit Deinem Partner anwenden und schauen wie er reagiert. Es kann gut sein, dass er verdutzt schaut, dass er nun jener ist, der wütend wird, weil Du stärker geworden bist, aber lasse Dich davon in keinster Weise einschüchtern, sondern halte es aus.

Du wirst erleben, dass auf Dein Verhalten Reaktionen kommen, die Du nicht erwartet hast. Das ist ganz normal. Halte die Reaktionen aus. Sie sind ein Zeichen Deiner neu gewonnen Stärke und Deine neuen, alten Fähigkeiten, denn diese haben schon immer in Dir geschlummert, doch Du hast sie in den letzten Jahren nicht mehr genutzt und jetzt sind sie vielleicht etwas spitz und brauchen in Zukunft noch etwas Schliff, aber mit der Zeit entwickelst Du neue Präzession für Dein Verhalten und so entsteht eine neue Basis für Eure Beziehung.

Erfolgserlebnisse

Je mehr Erfolgserlebnisse Du empfindest, desto mutiger wirst Du in verschiedenen Situationen werden. Es kann sogar passieren, dass Du in Situationen überrascht bist, wie Du Dich gerade verhalten hast. Dann beginnst Du wieder Deine Fähigkeiten voll zu entfalten.

Ich wünsche Dir ganz viel Freude beim Entwickeln und Ausprobieren Deiner neuen Fähigkeiten. Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt: Daher beginne jetzt.

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