Belohnung

Wer sich im Stress befindet, sieht sein Leben wie in einem Tunnel. Der Tunnel hat die Eigenschaft, dass der Blick nicht nach rechts und links gerichtet wird, sondern nur starr nach vorne. Von (Ultra-)Marathonläufern ist es bekannt, dass sie irgendwann in einen Tunnelblick geraten, wenn der Geist willig , aber das Fleisch unwillig ist. Für den Läufer ist das kein Problem, denn nach einer gewissen Zeit beendet er seinen Lauf, erhält seine Medaille und die Urkunde, genießt den Triumph über seinen Körper, entspannt und pflegt seinen Muskelkater. Es heißt unter Läufern: Der Schmerz geht, der Stolz bleibt.

Solange Du dem Stress wie in meinem Beispiel für kurze Zeit ausgesetzt bist und Dich danach erholen kannst, ist alles gut. Doch heute ist bei vielen Menschen der Alltag so voll gepackt und alles findet unter Druck statt, weil sie nicht Nein-Sagen, so dass sie unter chronischem Stress leiden, ihren Blick auf die nächste Tätigkeit richten ohne nach rechts und nach links zu sehen, obwohl rechts und links wunderbare Dinge auf sie warten, zum Beispiel Entspannung, effektiver und effizientere Lösungen oder genügend Schlaf.

Arten der Belohnung

Wann hast Du Dich das letzte Mal belohnt? Ich mich am Sonntag, denn zu meinem Geburtstag habe ich mir bewusst freie Zeit gegönnt und diese mit meinem Mann genossen. Das war mir wichtig und ich denke gerne daran zurück. Zum anderen hat er mir eine tolle Reise geschenkt auf die ich mich schon sehr freue, da er meint, dass es mal wieder Zeit wird, dass ich rauskomme, weil ich sehr viel arbeite.

Wie sieht Deine Belohnung aus, wenn Du hart gearbeitet hast? Nimm Dir Zeit Dich zu belohnen, denn sie bedeutet Entspannung und Entspannung hilft Dir aus dem Tunnelblick in dem Du Dich befindest zu befreien.

Was kann Belohnung sein?

Belohnung kann alles sein, was Dir Freude bereitet. Es kann eine körperliche Aktivität sein, es kann ein Wellness Wochenende sein, es kann ein Besuch in einer Therme sein, es kann eine Meditation sein, die Du gerne machst, und vieles mehr. Du bist der Chef Deines Unternehmens Körper und Geist. Eine Belohnung kann das Schreiben eines Tagebuches oder das Lesen sein, denn Beides sind wissenschaftlich nachgewiesener Weise Methoden zum Entspannen. Du kannst Stricken oder Häkeln, wenn Du lieber etwas mit den Händen machst.

Hobby

Du Belohnungen, die ich eben sammelte, werden fast immer zu einem Hobby und dadurch regelmäßig ausgeführt, wenn Du weiterhin Freude an ihnen hast. Im Grunde genommen ist ein Hobby nichts anderes als eine Belohnung nach einem harten Tag, das Dir Entspannung verschaffen soll. Daher setze Dich mit Deinem Hobby niemals unter Druck und achte darauf, dass es nicht in Stress ausartet, weil Du im Ehrenamt eine offizielle Funktion übernimmst, die Dir kaum noch Zeit für das eigentliche Hobby, Deine Belohnung, gibt.

Zeit

Während Hobbys in der Regel relativ viel Zeit in Anspruch nehmen kann, denn wir brennen darauf die Strümpfe fertig zu bekommen oder das Buch fertig zu lesen oder wollen den (Ultra-) Marathon in einer gewissen Zeit schaffen und trainieren dafür hart, oder, oder, oder, kann es passieren, dass wir so viel zu tun haben, dass wir keine Zeit finden unser Hobby in gewünschtem Maße auszuüben und vielleicht sogar den (Ultra-)Marathon ausfallen lassen, weil zum Beispiel gerade die Produktion eines Produktes fertig werden muss, weil ein Projekt beendet werden soll oder weil ein Elternteil an Krebs erkrankt ist, so wie bei einem Freund gerade passiert ist.

Belohnung muss nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Es kann sein, dass Du einfach mal in der Kantine mit einem Kollegen einen Kaffee trinkst, oder einen zehnminütigen Spaziergang vornimmst. Es kann so etwas wie eine Runde Skat sein. In den fünf Minutenpausen in der Schule haben wir häufig eine Runde Skat gespielt. Vielleicht ist eine Kurzmeditation für Dich das Richtige.

Spiele

Sei nicht auf eine Belohnung fixiert, sondern gehe spielerisch damit um. Das Spielerische hilft Dir Dich mit Deiner Belohnung nicht unter Stress zu setzen. Bei Peakzeiten suche Dir kurze Belohnungen für Deine Psyche aus und bei ruhigen Zeiten genieße zum Beispiel Dein Hobby. Denke während Peakzeiten immer an die schönen Dinge aus Deinem Leben, denn alleine die Gedanken reduzieren bereits Deinen Stress.

Der Schmerz geht, in Deinem Fall der kurzfristige Stress, der vielleicht so gar zu somatischen Beschwerden geführt hat, weil Du Rückenschmerzen vom vielen Sitzen bekommen hast, aber der Stolz bleibt. Wie beim (Ultra-) Marathon bleibt bei Dir der Stolz auf die Leistung, die Du erbracht hast. Doch vergiss nicht nach der Stressphase eine Ruhepause einzulegen. Handele nach diesem Motto, dann wirst Du keine Chance haben in chronischen Stress zu verfallen.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.