Aufschieberitis

pile of covered books

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Dieses Thema beschäftigt heute viele Menschen, denn die Arbeitsverdichtung steigt in den letzten Jahren stark an. Immer wieder berichten mir Teilnehmer, dass sie seit einigen Jahren immer mehr Aufgaben in immer geringerer Zeit absolvieren müssen. Mit der Arbeitsverdichtung nimmt der Stress zu, weil wir immer weniger bestimmen, was wir als nächste Tun möchten, sondern von außen bestimmt wird, was wir zu tun haben.

Hinzukommt, dass die Aufgabenbewältigung eine starke Priorisierung benötigt, um effektiv und effizient die gegebenen Aufgaben zu bearbeiten. Damit sind wir gefragt, viele Entscheidungen zu treffen. Entscheidungen trifft jeder ständig. Wessen wir uns selten bewusst sind, ist, dass Entscheidungen Kraft kosten und unsere Organismus und Körper eine begrenzte Zahl von Entscheidungen in einer bestimmten Zeit treffen kann. Daher führt die Verdichtung der Aufgaben zu immer mehr Entscheidungen, die in immer kürzerer Zeit getroffen werden müssen.

Jetzt könnt Ihr argumentieren, dass das so nicht stimmt, denn uns werden ja die Aufgaben gegeben. Nein, weit verfehlt, denn zu jeder Aufgabe, die uns gegeben wird, müssen wir ja sagen, damit sich unser Körper nicht dagegen wehrt. Und genau darin sehe ich die größte Herausforderung der neuen Arbeitszeit. Kontrolle zu übernehmen bedeutet, immer im Rhythmus der Maschine zu arbeiten und bedeutet sie bestimmt wann wir was tun. Damit verschwindet sogar unser heutiges Thema, denn Aufschieberitis ist dann überhaupt nicht mehr möglich.

Doch komme ich wieder zu Heute zurück. Die Menge der Aufgaben, die wir in immer kürzerer Zeit erledigen, führt ziemlich automatisch dazu, dass wir Aufgaben, die wir für nicht so wichtig halten, aufschieben. Wenn wir gut in uns hineingehören, stellen wir fest, dass es uns belastet, denn wir möchten unsere gegebenen Aufgaben in der vorgegebenen Zeit erledigen. Damit wächst die psychische Belastung. Wenn wir mal an einem Tag nicht so gut drauf sind, was jedem passiert und weniger schaffen, hat dieses direkt Auswirkungen auf unsere Arbeitsmenge, die wir am nächsten Tag zu erledigen haben, denn das vom Vortag nicht erledigte, muss dann nachgeholt werden oder Kollegen müssen die Arbeiten zusätzlich für uns übernehmen.

Wenn wir über einen längeren Zeitraum gestresst sind, kommt der Punkt an dem wir uns müde und schlapp fühlen, aber trotzdem weitermachen, obwohl wir uns eigentlich eine Pause gönnen müssten. Spätestens an diesem Punkt, kommt es zur Aufschieberitis und wir schaffen es nicht mehr das Aufgeschobene aufzuarbeiten und es wird zu einem Problem.

Wenn Du Dir klar wirst, was Du willst, kannst Du entscheiden wo der Weg entlang geht.

Wie kannst Du das Problem lösen? Indem Du Dir frühzeitig über Deinen eigenen Weg klar wirst und Nein sagst, und nicht alle Aufgaben die Dir gegeben werden sollen, annimmst. Manchmal wollen Chefs einfach testen, wie viel Du Dir zutraust bzw. schaffst. Wenn dem nicht so ist, rede mit Deinem Chef, denn oft haben wir gar keine Ahnung wie viel Arbeit Du bereits übernommen hast und im Schlimmsten Fall nutzen sie aus, dass Du nicht Nein sagst. Gewöhne Dir an, wenn Du merkst, dass es Dir zu viel wird, Nein zu sagen.

Selbiges gilt natürlich auch für Dein privates Umfeld, dass gerne Ansprüche an Dich stellt.

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