Glaubenssätze

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In welchen Glaubenssätzen erkennen Sie sich wieder?

  1. Sei perfekt
  2. Sei stark
  3. Beeil Dich
  4. Probier härter
  5. Mach es allen recht

Diese fünf Glaubenssätze sind die Hauptstresstrigger. Hinter diesen Triggern stehen Glaubenssätze, die Du bereits als Kind lerntest.

Schauen wir uns doch die Glaubenssätze genauer an:

Sei perfekt
Was verbindest Du mit diesem Glaubenssatz? Wurde Perfektionismus von Dir im Elternhaus verlangt? Musstest Du immer gute Noten nach Hause bringen? Was passierte, wenn Du bei Deinem Hobby nicht erfolgreich warst, wenn zum Beispiel Deine Leistung beim Fußballspiel nicht herausragend war? Wie ist das heute?

Stell Dir vor Dein Chef gibt Dir eine Aufgabe und Du findest Du hast bereits sehr viele Aufgaben in der Pipeline. Setzt Dich das unter Stress? Dann könnte es sein, dass Du keine Fehler machen möchtest, weil Du alles noch einmal kontrollieren willst, damit alles hundert Prozentig richtig ist. Wenn Du Deinem Chef darauf ansprichst, bekommst Du von ihm zu hören, dass Deine Kollegen viel mehr Aufgaben haben und diese gut schaffen und Du fragst Dich, wie schaffen die das bloß?

Sei stark
Wenn Du eine Erkältung hattest, durftest Du Dir mal eine Pause gönnen? Gönnst Du Dir heute Pausen oder belohnst Du Dich für eine gute Leistung/Tat? Kennst es, dass Du Angst hast und einer Situation ausweichen willst, Dich aber zwingst hindurchgehen?

Du hast den Schreibtisch voll mit Aufgaben und ein Projekt soll Ende der Woche fertig sein. Es ist Mittwoch, Du wachst auf und fühlst Dich krank. Du weißt, dass Du zu Hause bleiben solltest und Dich auskurieren, doch statt dessen gehen Dir Gedanken durch den Kopf nach dem Motto: “Das ist ja bloß eine Erkältung, die kriegt mich nicht unter. Ich bin stark. Ich schaffe das.” Dann könnte dieser Glaubenssatz auf Dich zutreffen und Du mit dieser Entscheidung Raubbau mit Deinem Körper betreiben.

Beeil Dich
“Mensch Kind, nu mach doch mal hin.” Wurde das häufiger zu Dir gesagt? Warst Du ein verträumtes Kind?

Sie sind ein ruhiger und gelassener Mensch. Grundsätzlich ist das nichts Schlechtes, weil Du im Betrieb häufig den Überblick behälst, wenn andere wie gescheuchte Hühner durch die Firma laufen. Wenn Du mit Deiner ruhigen Art Deine Projekte durchführst, kommt es häufiger vor, dass Störungen Deinen Zeitplan durcheinander wirbeln und Du Schwierigkeiten hast das Zeitlimit für das Projekt einzuhalten, so dass Deine Kollegen meinen, dass Du Dich mal ein wenig beeilen sollst, damit das Projekt rechtzeitig fertig gestellt ist. Vor allem, wenn andere Kollegen in einem Projekt auf Deine Ergebnisse angewiesen sind.

Probier härter

Solltest Du als Kind härter probieren, wenn etwas nicht so gut gelungen war? Oder haben Deine Eltern gesagt: “Beim nächsten Mail strengst Du Dich mehr an, wenn eine Schulnote keine eins wurde?

Probierst Du heute noch härter zu arbeiten als es von uns verlangt wird. Wenn Du eine Arbeitsstelle antrittst, wollen die meisten in der Anfangszeit dem Chef gefallen und arbeiten grundsätzlich mehr als nötig. Das ist völlig normal, weil Du die Arbeitsabläufe nicht kennst, dafür mehr Zeit benötigst, etc. Während dieser Zeit testet in der Regel Dein Chef wie belastbar Du bist und gibt Dir zusätzliche Aufgaben. Oft erwartet er gar nicht, dass Du sie alle in der Zeit schaffst, aber natürlich probierst Du alle Aufgaben zu erledigen. Mit der Zeit lernst Du die Arbeitsabläufe zu optimieren und wirst daher schneller. Das beobachtet Dein Chef und entscheidet, dass Du mehr Aufgaben übernehmen könntest, denn die vorherigen hast Du gut gelöst. Wenn Du jetzt nicht an einem Punkt die Grenze setzt und sagst, bist hierher und nicht weiter, wird Dir Dein Chef immer neue Aufgaben übergeben, die aufwändiger, komplexer und schwerer werden. Du wirst weiter daran wachsen, doch irgendwann kommt der Punkt wo Du an Deine Grenzen stößt. Du gibst nicht auf und probierst die neue Aufgabe zu bewältigen, doch irgendwie will Dir das nicht gelingen. Dein Chef fragt bereits nach und Du musst ihm sagen, dass Du noch nicht fertig bist, weil Du immer weiter probierst eine Lösung zu finden, denn als Kind hast Du gelernt, dass Du Dich mehr anstrengen sollst. Irgendwann musst Du Deinem  Chef offenbaren, dass Du die Aufgabe nicht gelöst bekommen hast. Welch ein Gesichtsverlust für Dich in diesem Moment. Und wie reagiert vielleicht Dein Chef? “Ich wollte mal testen, wie weit ich Dich belasten kann.”

Mach es allen Recht
Wurde von Dir verlangt, dass Du es allen Recht machst und sich selber zurücknimmst? Wurden Du gebeten auf Deine Geschwister aufzupassen, wenn Du eigentlich mit Deinen Freunden spielen wolltest? Wie ist es heute? Setzen Du Dir Grenzen oder sagst Du nein? Haben Du das Gefühl, dass Du häufiger Nein-Sagen sollten?

Die Glaubenssätze, die Du als Kind lerntest, beeinflussen Dein Leben heute. Es stellt sich die Frage, ob die Glaubenssätze heute noch einen Nutzen haben oder Dich daran hintern, glücklich zu sein. Stress kann durch Glaubenssätze, die wir in der Kindheit gelernt haben, aber heute nicht mehr angemessen sind, ausgelöst werden.

Stell Dir sich vor, Dein Chef legt Dir einen Zettel auf den Tisch, mit der Bitte eine umfangreiche Aufgabe für ihn zu erledigen. Nachdem Du aus der Mittagspause kommst, findest Du den Zettel. Wie gehst Du damit um, wenn Du bereits den Schreibtisch voll Arbeit hast und andere große Projekte in der Pipeline stehen? Wist Du es Deinem Chef recht machen? Oder denkst Du, ich sollte es noch härter probieren? Merkst Du bereits den Druck? Bist Du mit der Situation vertraut? Ich rate Dir, atme erst einmal tief durch und dann überlege Dir die nächsten Schritte, deren da viele sein können. Vielleicht erst einmal die Aufgaben neu nach Prioritäten sortieren. Dann, wenn Du siehst, dass es zu viele Aufgaben sind, überlegen, ob Du nicht dem einen oder anderen einen Kollegen (der besseren Lesbarkeit, verwende ich im Blog nur die männliche Form) Aufgaben abgeben könntest und wenn das keine Option ist, empfiehlt es sich das Gespräch mit dem Chef suchen. Gemeinsam könnt Ihr schauen, welche Aufgaben Du abgeben könntest oder ob jemand anderes für Dich die Aufgabe, die er Dir gegeben hat, erledigen kann.

Warum sind Glaubenssätze zu hartnäckig?

Glaubenssätze wurde von uns stark verinnerlicht, weil sie mit Operanden Konditionieren intermittierend verstärkt wurden und die Lösung aufgrund der Verstärkerplan sehr schwierig ist. Des Weiteren haben sie bis heute für uns Vorteile, die dazu führen, dass sie sich weiter erhalten. Wenn sie nicht mehr verstärkt würden, das heißt, wir uns mit ihnen belohnen, zum Beispiel, weil wir unsere Arbeit zeitlich gut schaffen und trotzdem perfekt arbeiten können, verlieren die Glaubenssätze an Macht und löschen sich, da sie nicht mehr verstärkt werden.

Zum anderen sind sie ein Schutz für uns, der uns im stressigen Alltag halt gibt. Dennoch wiederum störend, weil sie uns wie oben beschrieben in unserem Alltag eingrenzen. Jeder Mensch hat Glaubenssätze und solange sie uns nicht einschränken, stabilisieren sie unsere Persönlichkeit. Wenn sie störend werden, sollten wir sie verändern. Leider ist das nicht so einfach wie es hier erscheint, denn Gedanken, Emotionen und komplexe Verhaltensweisen Folgen den Glaubenssätzen.

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