Kaffeekonsum

Liebst Du Kaffee und trinkst davon gerne einige Tassen am Tag? Am Liebsten mit Milch und Zucker? Hast Du schon einmal darüber nachgedacht, warum Du so viel Kaffee trinkst und was Kaffee mit Dir beziehungsweise Deinem Körper macht?

Erst einmal für Dich zur Info: Kaffee an sich ist nicht schädlich, doch es kommt auf die Menge an, denn wie immer macht die Menge das Gift.

Wie jedes Getränk nimmst Du die ersten Geschmacksempfindung bereits im Mund wahr. Interessanterweise lernte ich, als ich mich mit Kaffee näher beschäftigte, dass wir ihn eigentlich nicht über unsere Geschmacksnerven wahrnehmen, sondern über unsere Nase, denn die Aromen steigen in die Nase über den hinteren Rachenraum.

Wenn der Kaffee im Magen bzw. später im Darm ankommt, wird diese nach circa dreißig Minuten resorbiert und im ganzen Körper verteilt. Wer glaubt, dass Kaffee nach einem Essen den Magen entleert, irrt, denn dieses ist genauso ein Gerücht wie vieles andere zum Thema Kaffee. Stattdessen regt der Kaffee die Verdauungsprozesse an.

Warum wirkt Kaffee so schnell?

Natürlich geht Kaffee ins Blut, allerdings nicht wie vielleicht der ein oder andere meinen mag als Kaffee, sondern als dessen Abbauprodukte. Über den Blutkreislauf wird Kaffee weiter im Körper verteilt. Da Kaffee eine hohe Bioverfügbarkeit hat, und das werden wir später noch einmal erkennen, erreicht es bereits nach dreißig Minuten seinen Höhepunkt im Blut.

Durch die Blut-Hirn-Schranke gelangt das Abbauprodukt des Kaffee fast ungefiltert ins Gehirn, so dass es dort im nächsten Schritt sehr schnell seine Wirkung entfaltet. Das Koffein, eines der Abbauprodukte, ist der Struktur des Körper eigenen Botenstoffes Adenosin sehr ähnlich. Dieser Botenstoff hat die Aufgabe Müdigkeit dem Körper zu signalisieren, indem er die Ausschüttung der belebenden Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin beeinflusst. Dafür besetzt Adenosin bestimmte Rezeptoren und aktiviert diese. Nun kommt Koffein als Antagonist beziehungsweise als Gegenspieler des Adenosins ins Spiel. Koffein besetzt die Rezeptoren des Adenosins, sorgt aber dafür, dass diese nicht aktiviert werden und als Folge sendet das Gehirn dem Körper keine Signale von Müdigkeit zu.

Durch das Aussetzen des Müdigkeitsgefühls, fühlen wir uns fit und leistungsstark. Wer sich mit Drogen auskennt, wird jetzt vielleicht ein AHA-Erlebnis haben. Kennst Du die Wirkung von Amphetaminen? Amphetamine sind illegale aufputschende Drogen, die es im Extremfall ermöglichen über Tage wach zu bleiben und die Tage und Nächte durch zu feiern beziehungsweise zu lernen. Sobald die Wirkung nachlässt, fallen die Betroffenen in einen langen Schlaf, der schon einmal ein bis eineinhalb Tage andauern kann.

So extrem ist die Wirkung des Kaffees selbstverständlich nicht, doch im Grunde genommen machen Kaffeejunkies nichts anderes. Sie puschen sich immer wieder über den Müdigkeitspunkt hinweg, indem sie sobald die Wirkung nachlässt, Kaffee trinken. Manche Studien zeigen – die Ergebnisse sind allerdings nicht eindeutig, da es unmöglich ist alle Randbedingungen zu stabilisieren – eine verkürzte Reaktionszeit und Leistungssteigerung.

Wieso kann ich auf Kaffee nicht schlafen?

Kaffee hat neben der Wirkung, dass er die Adenosin Rezeptoren ausschaltet weitere Wirkungen auf andere Neurotransmitter im Gehirn, die die Einschlafzeit verzögern und die Schlafzeit an sich verkürzen. Da es sich bei Kaffee im Grunde genommen um nichts anderes als eine milde Droge handelt, kommt es wie bei echten Drogen zu einer Toleranzausbildung, die es Dir, wenn Du viel Kaffee trinkst, erlaubt besser zu schlafen als jemand, der nur gelegentlich Kaffee trinkt. Doch führt genau diese Wirkung dazu, dass Du, um wieder Deine gewohnte Leistungssteigerung zu erfahren, mehr Kaffee trinken musst als zu Beginn. Also genauso wie bei Drogen. Um bei Drogen den gleichen Rausch zu erfahren müssen regelmäßige Konsumenten die Dosis immer wieder steigern.

Warum ist Kaffee bei Stress schädlich?

Wenn Du im Stress bist und der Körper eigentlich bereits nach Ruhe und Schlaf verlangt, und das tut der Körper bei Stress viel früher als ohne Stress, weil der Organismus ständig in Alarmbereitschaft ist, reduziert der Körper natürlicher Weise seine Leistungsfähigkeit, um Kraft zu sparen. Wenn Du nun hingehst und dieses Signal Deines Körpers ausschaltest, indem Du viel Kaffee trinkst, um die Leistung zu erhalten, treibst Du Deinen Körper im Grunde genommen weiter in den Stress hinein und psychosomatische Signale werden wahrscheinlich im nächsten Schritt Dir sagen, dass es dringend Zeit wird kürzer zu treten.

Wenn Du jetzt erkennst, dass Du Unterstützung benötigst, schaue Dir Folgendes an: LOS mit Gudrun!

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