OOOOHHHHHMMMM….

In einem Gespräch gestern wurde mir etwas klar und ich kann es nicht wirklich nachvollziehen. Stress zu reduzieren bedeutet nicht, und das ist wirklich ganz wichtig: OOOHHHHMMMM….

Stress zu reduzieren bedeutet viel mehr den Status der Anspannung zu reduzieren, ihn nicht chronisch zu erleben. Stress reduzieren bedeutet ein Wechsel zwischen Spannung und Entspannung. Nicht weniger und nicht mehr.

Wichtig zu verstehen ist, dass ein lebhafter Mensch resilient sein kann. Viele Unternehmer arbeiten sehr hart, aber haben deswegen nicht ständig Stress. Oder ein Kardiologe, der Kinderherzen operiert, muss konzentriert, fokussiert und ruhig bei den Operationen sein, doch wie viel Stress bedeutet eine solche Operation? Ganz viel, denn ein Fehler kann das Leben dieses kleinen Lebewesens zerstören. Dennoch operiert er viele Jahre ohne Burnout an Kinderherzen.

Ich will heute mit dem Mythos aufräumen, dass residierte Menschen sich nur ruhig bewegen, ruhig sprechen, leise sind, etc. Nein, dass sind sie nicht. Sie haben einen Charakter wie Du und ich. Sie sind Menschen, die auch mal laut werden, die auch mal sehr verzweifelt sind, die manchmal nicht weiterwissen, aber sie finden sehr schnell wieder aus einer stressigen Situation heraus und wissen wie sie sehr schnell ihre innere Ruhe wieder gewinnen.

Optimismus

Es bedeutet nicht, dass resiliente Menschen immer optimistisch sind. Sie können genauso wie Du mal komplett am Boden sein, verzweifelt, nicht mehr weiter wissend. Doch sie haben Techniken wie sie sich aus dieser Situation befreien. Sie wissen, dass es Möglichkeiten gibt, wieder die Kontrolle über ihr Leben zu erhalten. Und genau das zeichnet sie aus.

Wenn der Kardiologe zum Beispiel zwei Kinderherzen operiert hat, macht er Pause, meditiert, gönnt sich Ruhe und danach operiert er das nächste Herz. Während seiner freien Tage macht er vielleicht Sport, geht laufen, schwimmen, wandern oder liest Comics, um sich abzulenken. Nach seinen freien Tagen startet er wieder durch und operiert kleine Kinderherzen.

Wenn ein kleines Kind oder ein Baby stirbt, weiß er, dass er alles getan hat was in seiner Macht stand und es sollte nicht sein. Soll er jetzt aufhören zu operieren, weil das kleine Wesen verstorben ist? Soll er all das Können was er in vielen Jahren erworben hat, vergessen und Kellner werden? Nein, das wird er nie machen, denn er weiß, dass er für den Tod dieses kleinen Menschen nicht verantwortlich ist, sondern die Zeit für diesen kleinen Menschen reif war. Er fühlt sich nicht schuldig für den Tod.

Schuld

Und genau das ist ganz wichtig. Unterscheide wofür bist Du verantwortlich und wofür sind äußere Umstände verantwortlich. Jetzt geht es natürlich nicht darum, Deine Verantwortung abzugeben und die Schuld in Deiner Umwelt zu suchen, damit Du nichts verändern musst. Das was Du verändern kannst, hast Du zu verändern, das was Du nicht ändern kannst, akzeptiere und nehme die Schuld, wenn etwas nicht klappt nicht auf Dich.

Als meine Mutter, als ich neun Jahre alt war ihren schweren Selbstmordversuch unternahm, hätte ich an dieser Aufgabe zerbrechen können, denn ich habe bei Weitem nicht alles bei der Rettung richtig gemacht. Warum? Weil ich es nicht besser wusste. Ich war neun Jahre alt. Was weiß man da schon? Ich habe wie der Kardiologe alles mir mögliche getan. Dankbarer Weise hat sie überlebt und wurde wieder vollständig gesund.

Rückkehr ins Leben

Klar bedeutete diese Situation einen tiefen Einschnitt in mein Leben und ließ mich niemals mehr der Mensch sein, der ich vorher war. Doch habe ich den Kopf in den Sand gesteckt? Nein. Unsere Nachbarin meinte als ich von zu Hause auszog, dass es ein Wunder ist, dass ich an der Familiensituation nicht zerbrochen bin und seelisch so stabil geblieben bin.

Mein Leben ging weiter. Während unsere Mutter im Krankenhaus um ihr Leben kämpfte, und das tat sie nicht ein paar Stunden, sondern alleine ein Woche lebten wir mit der Unsicherheit, ob sie überhaupt überlebt, geschweige denn, dass zu dem Zeitpunkt jemand wusste, ob sie gesund werden würde. Die Stimmung zu Hause war schneidend, schweigend, ohnmächtig. Doch unser Alltag ging weiter. Wie mussten am nächsten Tag wieder zur Schule, Hausarbeiten machen, etc. Natürlich waren wir viel in Gedanken bei unserer Mutter, aber der Alltag gibt in solchen Situationen Halt.

Nun ist es nicht so, dass nur solche Extremsituationen Stress auslösen, doch ich sage Euch, solche Situationen schulen die Resilienz; sie helfen in anderen Situationen ruhiger zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und zu Handeln.

Dankbarkeit

Daher bin ich auch für diese sehr schwere und natürlich weitere schwere Situationen in meinem Leben sehr dankbar, denn sie haben mir geholfen den Blick, egal was ist wieder nach vorne zu richten. Klar, bin ich in manchen Situationen niedergeschlagen, traurig, enttäuscht, mutlos, und Vieles mehr, aber ich stehe immer wieder auf und suche nach Möglichkeiten.

Resiliente Menschen unterscheiden sich nicht wirklich von Dir, nur haben sie gelernt stressige Situationen anzunehmen und Lösungen zu finden. Wie oben bereits beschrieben, müssen es keine Revolutionen sein. Es können Alltagssituationen sein, die es Dir ermöglichen Deinen Stress zu reduzieren.

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