Süßes

Gehörst du zu den Menschen die gerne Süßes essen, obwohl du über die langfristigen Konsequenzen Bescheid weißt? Warum isst du dennoch so gerne Süßes?

Das hat ganz verschiedene Ursachen. Zum einen weil unsere Geschmacksnerven besonders gerne Süßes aufnehmen. Aus diesem Grunde lieben kleine Kinder bereits Süßes. Aber hinzukommt, dass der letzte Geschmacksnerv den der Mensch verliert der für Süßes ist, so dass Süßes beziehungsweise Kohlenhydrate für unseren Körper wichtig sind. An Kohlenhydraten ist grundsätzlich nichts verkehrt und dennoch essen wir viel zu viel davon.

Warum essen wir davon viel zu viel? Weil es billig ist, weil wir leicht daran kommen, weil unsere Ernährungsindustrie billig an Glycosezucker kommt und somit billiges Essen anbieten kann. Mit dem Trend zum Rohrzucker ändert sich meines Erachtens nur die Zuckerart, aber nicht die Qualität des Zuckers. Selbst in der Aufschnittwurst ist Zucker enthalten, weil sie ein Geschmacksträger ist und so an Gewürzen, die teurer sind, gespart werden kann.

Insulinspiegel

Doch was hat Zucker und Süßes nun mit Stress zu tun? Zum einen stresst Zucker unseren Körper, denn der Insulinspiegel läuft Jojo, zum anderen fütterst du ihn nach, wenn er in den Keller rast. Genau dieser Jojo-Effekt ist das Gefährliche am Zucker, denn der Insulinspiegel sollte möglichst gleichmäßig gehalten werden und ein gleichmäßiger Insulinspiegel ist bei Stress noch bedeutsamer. Aber dazu komme ich gleich…

Doch warum isst du soviel Zucker? Weil du mit Zucker dein Belohnungszentrum fütterst, um dich im Stress wohlzufühlen. Doch wenn du Stress hast, ist dieser Teufelskreis noch gefährlicher als ohne Stress. Warum?

Zucker bei Stress

Wenn du im Stress bist und das bist du heutzutage sicher häufiger als früher, führt der Stress dazu, dass dein Cortisolspiegel erhöht ist. Der Cortisolspiegel spielt die Hauptrolle, wenn es darum geht dein Stresslevel im Körper nach Stress wieder auf das Normalniveau zu reduzieren. Wenn du jetzt zusätzlich noch Zucker isst, um dein Belohnungszentrum zu befriedigen, steigt das Cortisollevel durch das Insulin, welches du durch den Zucker aufgenommen hast, weiter an und in der Folge steigt das Cortisollevel, weil dessen Aufgabe auch ist, den Insulinspiegel auf das Normalniveau zu halten beziehungsweise auf dieses zu senken. Damit bringst du deinen Körper in einen Teufelskreis der zusätzlichen körperlichen Stress auslöst.

Geschwächtes Immunsystem

Nun kommt hinzu, dass du durch beide Faktoren dein Immunsystem schwächst, so dass Bakterien und Viren sich wohl in deinem Körper fühlen.

Sicherlich kennst du es, wenn du zur Ruhe kommst, dass du eine Erkältung bekommst. Durch den Zucker, den du bei Stress verstärkt isst, steigerst du die Wahrscheinlichkeit, dass du krank wirst erheblich. Doch in diesem Fall ist die Erkältung noch der geringere Schaden.

Langfristige Konsequenzen

Leider sind Menschen kurzfristige Belohnung wichtiger als die langfristigen Konsequenzen die unser Verhalten auslösen können. Daher ist es wichtig, dass wir auf die Konsequenzen, die der Zuckerkonsum hat, schauen. Wie ich bereits oben schrieb, hat der Zucker Einfluss auf das Belohnungssystem und da du dich wohlfühlen willst, wenn du gestresst bist, isst du mehr Zucker als deinem Körper gut tut, obwohl du sehr wohl weisst, dass er im Alter Diabetes auslösen wird, denn die Statistiken der Weltgesundheit zeigen bekanntlich nur in eine Richtung: nach oben, das heißt die Häufigkeit der Diabeteserkrankungen steigt Jahr für Jahr nicht nur im Westen oder in den Industrienationen, sondern mittlerweile Welt weit. Wenn du dich wohlfühlst, erlebst du eine positive kurzfristige Konsequenz.

Hinzukommt, dass in der Medizin mittlerweile überlegt, ob Zucker nicht sogar abhängig macht. Meiner Meinung nach kann die Abhängigkeit von Zucker mit der des Marihuanas verglichen werden, denn Zucker macht wie Marihuana nicht körperlich abhängig, sondern psychisch; allerdings mit einer Ausnahme, wenn die Mischung des Marihuanas nicht zu Psychosen führt. Wer wirklich Zuckerjunkie ist, kann beim Entzug in den ersten Tagen bis Wochen unter Kopfschmerzen, Heißhungerattacken und Schlafstörungen leiden.

Diese Nebenwirkungen zeigen wie schwierig es sein kann vom Zucker die Finger zu lassen, obwohl du genau weiß wie schädlich Zucker für deinen Körper ist. Besonders schwierig machen es oft die Heißhungerattacken in denen viele dazu neigen zu Süßem zu greifen. Kennst du Heißhungerattacken?

Vorwegnahme unangenehmer Folgen

Eine Möglichkeit den Zucker zu reduzieren ist dir klarzumachen, dass du keine Diabetes haben möchtest. Dafür könntest du dir die gesundheitlichen Folgen von Diabetes klar machen. Sie sind gar nicht so ohne wie es auf den ersten Blick scheint.

Erst wenn es dir gelingt den Zucker auf den natürlichen Zucker, der in Lebensmitteln enthalten ist zu reduzieren, wirst du weniger Stress empfinden und ausgeglichener sein, obwohl der Stress nicht geringer als vorher ist. Ein wenig Ausdauersport und du wirst sehr wahrscheinlich sehr viel dazu beitragen, dass du weniger Stress und Diabetes gefährdet bist.

Literatur:
1. Ersthelfer Nr. 7 – Ich ernähre mich gesund
2. „Gehirndoping-Food“ und gut geölte graue Zellen!
3. Cortisol metabolism in critical illness: effects of intensive insulin therapy

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